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Teil VI: "If you are going to San Francisco …"

Manchmal kommt es einem so vor, als würde Google die Ergebnisse seiner Suche und YouTube den Inhalt seiner Videoplattform ungefiltert veröffentlichen. Das dem nicht so ist machte uns Juniper Downs, Senior Counsel Public Policy & Gov't Relations, am Beispiel von YouTube deutlich.

So einfach die Unternehmensprinzipien und Community Richtlinien bei YouTube sind, so komplex scheint deren gewissenhafter Umgang damit.

„No porn, no nudity, no violence.“ Klingt einfach. Aber wie sieht die praktische Umsetzung aus? Zum einen basiert der YouTube Gedanke von „Broadcast yourself“ auf einem demokratischen Ansatz, zum anderen nimmt YouTube es sehr genau wenn es um belästigende Inhalte jedweder Art geht.

Es gibt bei YouTube keine Vorabzensur. Jeder darf seine Inhalte zunächst uneingeschränkt veröffentlichen. Die Community bildet hier ein natürliches, schnelles und klares Regulativ. Sobald es seitens der User Beschwerden zu Videos gibt, screent YouTube den Inhalt und eine Kommission entscheidet schnell über den Verbleib oder eine Sperrung, wie auch weitere juristische Maßnahmen. Parallel sucht Junipers Team proaktiv und kontinuierlich auf YouTube nach Verstößen gegen die Community-Richtlinien.

Dieser Umgang gilt u. a. für Kunst, Wissenschaft, Bildung, Wettbewerbe, Pranks, ebenso wie z.B. für Tiere, Selbstmörder, Minderheiten oder terroristische Gruppierungen.

Wenn man bedenkt, wie viel menschenverachtendes Material Juniper und ihr Team sich tagtäglich anschauen müssen, wächst der Respekt vor dieser Aufgabe und Verantwortung ins Unermessliche. Herzlichen Dank!

Er gilt als wahrer und einziger ebenbürtiger Nachfolger von Thomas Edison, er besitzt 20 Doktortitel und ist einer der einflussreichsten Erfinder unseres Zeitalters, beriet mehrere US-Präsidenten, erfand für seinen Freund Stevie Wonder den Synthesizer und erhielt 2015 einen Grammy.

Die Rede ist von Ray Kurzweil, geboren 1948 und seit 2012 Director of Engineering Google.

https://de.wikipedia.org/wiki/Raymond_Kurzweil#Literatur

http://www.kurzweilai.net

Ein genialer Zug von Larry und Sergey einen solchen Genius ins Google Team zu holen. Und nun steht er vor uns. Seine Augen strahlen wie die eines Lausbuben, seine Erscheinung erinnert irgendwie an Woody Allen. Und das was er uns in den folgenden 30 Minuten erzählt, ist eine faszinierende Mischung aus unendlichem Wissen, absoluter Genialität und einer Prise charmanter Verrücktheit. Aber zweifelsfrei werden seine Visionen irgendwann Realität.

Da es mir, als gewöhnlichem Agenturfuzzi, schwerfällt unser persönliches Erlebnis mit Ray Kurzweil in Worte zu fassen, die ihm gerecht werden, hier die zentralen Fakten und Aussagen seines Vortrags:

- Aktuell verdoppelt sich die Qualität und Quantität unserer Technologie jährlich. Die Weltbevölkerung hingegen verdoppelt sich lediglich in einem Turnus von 10-20 Jahren.
- Die Leistung von Technologie steigt ins unermessliche, die Kosten dagegen sinken rapide.
- Schon heute sind computerbasierte/-gesteuerte Devices in einer Größe kleiner als Blutzellen möglich. Der Einsatz solcher Nanoroboter wird die Medizin und das Gesundheitswesen in den kommenden Jahren radikal verändern.
- Die Transformation von physischen zu technischen Produkten ist unaufhaltsam. Vom Bleistift zum 3D-Drucker, von der CD zum mp4-File, von Buch zum Kindle oder vom Fernseher zur Virtual Reality. Und das ist alles erst der Anfang.
- Stationäres und geschlossenes Datenmanagement wird in naher Zukunft auslaufen. Alle Daten wandern in die Cloud und vernetzten sich miteinander.
- Ja, Technologie wird menschliche Jobs entbehrlich machen und vernichten. Dafür entstehen neue Jobs. Welche? Diese sind heute noch nicht erfunden! Und wenn man bedenkt, dass die ärmere Bevölkerung heute mehr besitzt als damalige Könige und Königinnen und über Smartphones verfügt, dann muss man sich vor dieser Entwicklung nicht verschließen. Der Beginn des industriellen Zeitalters hat das bereits schon einmal bewiesen.

Rays aktuelle Visionen und Forschungen beschäftigen sich damit, die menschliche Neocortex mit der Cloud zu verbinden. Nur eine der unendlichen Nutzungsmöglichkeiten wäre das Erlebnis von Virtual Reality Anwendungen direkt im menschlichen Gehirn.

Am Ende seines Vortrags waren wir mucksmäuschenstill und Ray schloss mit den Worten: „Don’t worry. Technology is only a brain extension!“

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