Teil IV: "If you are going to San Francisco …"

Mitten im Herzen des Silicon Valley, liegt Mountain View. Neben Google lenken einige andere Weltveränderer des digitalen Zeitalters ihre Geschicke von hier aus. So auch LinkedIn, Symantec, Whatsapp oder Mozilla. Wer jetzt ein SciFi-Stadtbild vor Augen hat, in der Roboter auf elektromagnetischen Feldern schwebend die städtischen Mülltonnen leeren und Cops mit Laserkellen den Verkehr regeln, der irrt gewaltig. Eigentlich sieht es hier so aus, wie in jedem anderen amerikanischen Büropark. Trist. Wären da nicht diese auffälligen Reggae-farbenen, ähhhhhm wohl eher Google-Fahrräder überall unterwegs.

Welcome to Google!

Das ist kein gewöhnlicher Campus, der uns hier erwartet: Vielmehr ist es Googlehausen. Aktuell arbeiten im Google Headquarter ca. 18.000 Menschen. Insgesamt beschäftigt Google mehr als 52.000 Mitarbeiter weltweit! Unsere Base für die kommenden zwei Tage ist das Googleplex, ein Gebäudeensemble mit über 185.000 m².

Nebenbei: Wer weiß warum Google ausgerechnet diese Farben für sein Logo verwendet und auf welche wahre Begebenheit aus der Gründungszeit das zurück führt? Antworten bitte an a.kheirallah@stagg-friends.de.

Die erste richtige Antwort erhält einen originalen Google-Conference-Notizblock aus dem Headquarter. Bei ebay werden dafür mindestens ...., egal, das ist eine andere Story. Und nur kurz erwähnt: Rechtsweg und so weiter sind selbstverständlich ausgeschlossen.

Und da steht es live im Foyer: Das Google Car. Erst mal eine Runde drehen. Aber leider nur ums und nicht im Fahrzeug. Schade! Die Zukunft der Mobilität steht gerade leibhaftig vor mir. Ich bin ergriffen, halte inne ... und stelle mir als alter Petrolhead in Gedanken viele, viele zentrale Fragen, an denen die Jungs von „Top Gear“ so ihren Spaß hätten.

Überall freundliche Gesichter und ein Abbild aller Kulturen, Nationalitäten und Religionen. Es herrscht friedliche und entspannte Atmosphäre. Zum Essen sitzen viele draußen, im Dezember! Ja, das ist Kalifornien. Zwischendrin läuft der ein oder andere im Sportdress umher, kommen wohl aus einem der vielen Google Fitness-Studios. Überall Stände gemeinnütziger Projekte, denn es ist Giving-Week. Googlers Givers haben sogar eine Facebookseite...

Freies Futtern für Veganer, Frutarierer und Burger-Junkies. Für jeden ist was dabei. Und bei allen Speisen ist detailliert ausgewiesen, wo es her kommt, was drin ist und wie es zubereitet wird. Schon mal Quellwasser mit natürlichem Granatapfelflavour getrunken? Oder ein farblich schwer identifizierbares Bohnenpüree aus Indien? Und es gibt Softeismaschinen zum selber Zapfen, geil. Am besten gefallen die Espressobars, wie bei Starbucks. Und draußen stehen Foodtrucks. Bei solch einer Vielfalt und Qualität können einige Düsseldorfer Gastronomen hier noch viel lernen.

Was auffällt: alle sind gut drauf.

Niemand trägt Krawatte oder Anzug, auch kein Vorstand. Gilt übrigens auch für Twitter, Facebook und Youtube. Dresscode überall: Jeans, T-Shirt oder Hemd, meistens Sneakers für die Herren und die Damen flach, hoch, kurz, lang, sportlich, leger ... egal Hauptsache wohlfühlen. Und es scheint, als gäbe es bei Google keine Nerds oder Geeks, zumindest optisch. Wie machen die das nur?

Ouchhhh! Schon wieder so viele Buchstaben verbraucht, ohne das zu schildern, was wir inhaltlich mitgenommen haben. Beim nächsten Mal dann mehr über unsere Sessions bei Google. Unter anderem mit Philipp Schindler, dem „ranghöchsten“ Düsseldorfer und wohl auch Deutschen bei Google. Oder unsere Begegnung mit dem 67-jährigen Ray Kurzweil, einer Mischung aus Woody Allen und Thomas Edison. Dieser Genius hat über 20 Doktortitel und gilt als einer der Erfinder unseres Zeitalters. Ganz nebenbei, den Synthesizer haben wir ihm zu verdanken. 

See u.