Teil III: "If you are going to San Francisco …"

Nach einer ca. 30 minütigen Busfahrt in südliche Richtung von San Francisco sind wir da. San Bruno, eigentlich eher ein Name für einen gutmütigen Bernhardiner, ist mit seinen 39.000 Einwohnern für Amerikaner wohl eher ein unbedeutendes Kaff. Dort hat YouTube - seit 2006 eine Google Tochter - in der ehemaligen Zentrale des Modelabels GAP sein weltweites Headquarter.

Eine Tour durch den YouTube Komplex gibt es hier.

Im Brand Lab erwarteten uns die nächsten drei Speaker auf unserem Trip in die Zukunft der Digitalisierung.

Vor dem gigantischen Präsentationsscreen (ca. 10x3,50m) brannte ein Lagerfeuer. Aber keine Sorge, eine rotierende Installation aus iPads ließ die Flammen lodern. Es ist das Symbol der YouTube-Philosophie, dass die besten Geschichten am Lagerfeuer erzählt werden und genau dieses möchte YouTube in der digitalen Welt für die Menschen sein. Aber eben anders: digital.

„At the Zoo, we do funny stuff“, so begann Lars Bastholm, Global Chief Creative Officer der Google Inhouse-Agentur The Zoo, seine 15 minütige Ansprache via Hangout. The Zoo ist Googles Think Tank für Agenturen und Unternehmen. Auf Basis unfassbarer Datenmengen, deren Auswertung und der Einbindung von Google Technologien entwickelt The Zoo digitale Brand-Building Projekte „die unerwartet und lustig sind“, so Lars.

Eines dieser Projekte ist die Lost Dogs App für Pedigree. Mit einer Downloadrate von über 75% aller Hundebesitzer, eine der erfolgreichsten Apps. Allerdings in Neuseeland.

Kim Larson, Global Director Brand Lab YouTube, brachte uns direkt zu Beginn ihrer Session zum Schweigen: Aktuell werden jede Minute 400 Stunden Videomaterial bei YouTube hochgeladen. Also in zwei Minuten 800 Stunden, je viertel Stunde 6.000 Stunden, jeden Tag 576.000 Stunden, jede Woche 4.032.000 Stunden ... oder habe ich mich verrechnet? Bitte nachrechnen.

Kim schilderte uns die YouTube Strategie “Mobile, Mobile, Mobile“ und zeigte folgende Trends auf, wie Marken auf YouTube erfolgreich kommunizieren:

- YouTube Content von Marken müsse „creative outstanding, cut through, heart felt“ sein und den YouTube User immer zur Interaktion animieren.

- Die durch das Nutzerverhalten gewonnen Daten müssen Marken und Agenturen permanent analysieren, daraus lernen und durch „smart“ Segmentation laufend optimieren - in Echtzeit.

- Mut! Agenturen und deren Kunden sollten mutiger sein. Es gilt das Ecosystem von YouTube zu verstehen und kreativ zu nutzen, wie z. B. Volvo

- 360 Grad Videos und Virtual Reality haben unglaubliches Potential. Dort stehen die YouTuber gerade erst am Anfang.

Auf die abschließende Frage welche KPIs YouTube grundsätzlich für sich als relevant definiert, antwortet Kim: „Reach and awareness. We know marketeers buy views but they can not manipulate watchtime on YouTube.“

Megan Jordan Patel, Director Global Brand Solutions YouTube, knüpfte beim Thema „Brand Building“ via YouTube nahtlos an.

Auf YouTube gibt es erfolgreiche „Creators“, deren Videos Millionen Menschen erreichen. 

Die Reichweite und Einflussnahme der Creators steigt rasant. Creators sind digitale Weltstars! Creators verstecken sich nicht, wie „klassische“ Celebreties. Sie senden, sie sind sichtbar, sind nahbar und anfassbar. Die Interaktionsoptionen mit berühmten Creators für jeden via YouTube machen den Unterschied. Creators durchdringen Kulturen, Länder und Grenzen, sie schaffen neue Communities.

YouTube erreicht aktuell 1 Milliarde Menschen, davon 80% außerhalb der USA. Der weltweit erfolgreichste Creator Namens PewDiePie hat bei YouTube über 40 Millionen Abonnenten, mit über 10.000.000.000 Videoabrufen!

Agenturen und Marken müssen lernen mit den Creators zu arbeiten. Aber auf ganz neuen Wegen und mit ganz neuen Ideen.

Auf die Zukunft von YouTube angesprochen antwortete Megan „Mobile, Mobile, Mobile“. Eine Aussage die in den folgenden Tagen mehr als einmal noch wiederholt werden sollte.

Daher besteht die Zukunft von YouTube auch aus Apps. Megan ließ uns durch das Schlüsselloch schauen und wir sahen Gaming Apps, Music Apps, Kids Apps, Paid-Content Apps und Virtual Reality Apps.

An dieser Stelle war die Speicherkapazität unserer menschlichen Festplatten erschöpft. Abfahrt, mit dem Bus ins Hotel.

Übrigens, hier in Californien hat jeder Bus WiFi und an jedem Sitz einen USB-Ladeslot sowie eine Steckdose. Klar, dass Rückfahrt fleißig geYouTubed wurde. Beim gemeinsamen Abendessen und guten Nappa Vally-Weinen wurde zu späterer Stunde der ein oder andere Teilnehmer des GWA-Summit als potentieller Creator identifiziert.

Fortsetzung folgt...